Der suburbane Raum als Standorttyp
Der Umgang mit dem suburbanen Raum sollte sich an seinem Charakter orientieren: inwieweit ist er z.B. noch als "Überschwapp"-Raum zu sehen, als Apendix oder Reflex der Kernstadt? oder auf dem Pfad einer zunehmend eigenständigeren Entwicklung?
Eine Auswertung der Entwicklungen im suburbanen Raum West-Deutschlands in den 1990er Jahren dazu hat folgendes ergeben:
- es ist eine "funktionale Anreicherung" zu beobachten, insbesondere mit gewerblichen Arbeitsstätten (speziell Dienstleistungen) und Angeboten für (Einzel-) Handel / Freizeit (Unterhaltung/Kultur/Sport) über den Wohn-Folgebereich hinaus.
- es kommt zu einer Diversifizierung struktureller Verhältnisse, was Ausstattung (sektoral/funktional/qualitativ), Sozialstruktur (Haushalts-Typ/-Größe/Einkommen/Alter) und Wohnformen (> Miet-Geschoß-Wohnung) anbelangt.
- der suburbane Raum weist eigene Standort-Qualitäten auf mit Mikro-Standorten mit (thematischem) Focus / (städtebaulichem) Profil bzw. mit "selbständiger" Dynamik.
- der suburbane Raum zeigt genuine "Attraktion", indem er unmittelbares Ansiedlungs-Ziel (Gewerbe) ist, d.h. nicht erst auf dem "Umweg" über die Kernstadt.
- der suburbane Raum ist innerer Aktionsraum, indem diejenigen, die dort ihren Wohn-/ Gewerbe-Standort haben, mit Kontakten/Bewegungen innerhalb des suburbanen Raums agieren (statt "nur" auf die Kernstadt orientiert zu sein), und zwar mit Tätigkeits-Verflechtungen (Wirtschaft), Alltags-Aufgaben (Wohnbevölkerung), Pendler-/Mobilitäts-Beziehungen (auch tangential) und mit Identitäts-Bildung (Identifizierung / Image / Politik / Ortszentren).
Es zeichnet sich - und zwar auch für Rhein-Main - eine individuellere, durch spezifische Qualifikationen gestützte, Rolle des - in sich durchaus differenzierten - suburbanen Raums im Verbund einer Stadtregion ab - nicht etwa eine "eigene" oder gar autonome Entwicklung.
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