Soziologischer Beitrag zur Bedeutungsgestalt der Zwischenstadt


Im zurückliegenden Jahr wurden die sieben Gesprächsinterviews, die aus dem Herbst 2002 datieren, einer eingehenden Einzelfallanalyse unterzogen. Im Frühjahr 2003 wurden in einer zweiten Reihe sechs weitere Gespräche im Gebietsstreifen geführt. Die Gesprächspartner wurden diesmal über bereits im Gebiet vorhandene Kontakte gewonnen, dabei war es möglich, bei der Wahl der Wohnorte die Interessen und Vorschlägen der gesamten Forschergruppe zu berücksichtigen, soweit sie sich in den Kolleg- bzw. Mitarbeitertreffen gezeigt haben.


Auf der Grundlage der Einzelfallanalysen wurde mit der fallübergreifenden Analyse begonnen. Dabei stellte sich die Unterscheidung zwischen Typen der Lebensführung und Konzepten der Bewältigung räumlicher Orientierungssituationen als sinnvoll heraus. Letztere konkretisierten sich bislang in den Konzepten "Raum der Fülle", "Maßlosigkeit der Lage", "Netzt mit Knoten" sowie "An den Rand ziehen / in der Mitte bleiben".


Das soziologische Teilprojekt hat es sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, das mit den Methoden der verstehenden Soziologie erworbene Wissen um die Lebensperspektiven der Bewohner der "Zwischenstadt" dem städtebaulichen und architektonischen Entwurf zur Verfügung zu stellen, und auf diesem Wege das Entwerfen zu qualifizieren. Dieser Weg wurde in Gesprächen mit der Weimarer Entwurfgruppe (Prof. Christ, Lars Bölling) sowie mit Barbara Boczek auch von Entwerferseite begrüßt und in Form von methodischen Thesen festgehalten.


Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Benutzerfreundlichkeit und Anwendbarkeit der soziologischen Ergebnisse dar. Dazu wurde eine auf HTML programmierte Website entwickelt, die dieses Kommunikationsmedium auf doppelte Weise nutzt: zum einen soll damit jetzt schon der abschließenden Publikation im Internet entgegen gearbeitet werden, zum anderen wird die Verknüpfungslogik der Websites genutzt, um eine Archivform aufzubauen, die die einzelnen Forschungsschritte und -ergebnisse für den weiteren Forschungsverlauf ablegt und durch interne Verknüpfungen vor allem für den späteren Nutzer nachvollziehbar macht.



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