Kulturwissenschaftlicher Beitrag "Stadt und Landschaft"


Das Teilprojekt "Stadt und Landschaft" im Ladenburger Kolleg "Mitten am Rand" untersucht aus kulturwissenschaftlicher Perspektive die Konsequenzen, die die Entstehung der Zwischenstadt für die Konzepte von "Stadt" und "Landschaft" hat.


Dabei stehen zwei Themen im Vordergrund: Die Frage nach der Wahrnehmung ("Ästhetik", "Kartierung") und die Frage nach den charakteristischen Veränderungen lokaler Bindungen unter den Bedingungen der Zwischenstadt.


Im Berichtszeitraum konzentrierte sich die Arbeit auf die Frage, inwiefern die verschiedenen Traditionen des Konzepts der "Landschaft" hilfreich sein können bei aktuellen Qualifizierungs-aufgaben.


Arbeitsstand und Ergebnisse


Erarbeitet wurde der Entwurf einer ästhetischen Haltung, die der Wahrnehmung der Zwischenstadt adäquat ist und Konsequenzen für das architektonische, städtebauliche, landschaftsarchitektonische und -planerische Entwerfen in der Zwischenstadt haben könnte. Die Ergebnisse sind zuerst im Oktober 2003 auf einer Tagung an der ETH Zürich am Lehrstuhl Landschaftsarchitektur (Prof. Christophe Girot) vorgestellt worden und haben dort ausführliche Diskussionen zur Folge gehabt.


Im Rahmen der Kritik und des Entwurfs einer (Landschafts-)Ästhetik der Agglomeration haben Fragen der "lokalen Identität" eine zentrale Rolle gespielt, denn zur Tradition der Rede von der Landschaft in den Sozial- und Kulturwissenschaften gehört die erst im letzten Jahrzehnt in Frage gestellte Annahme einer intensiven Bindung der Bewohner und Bewohnerinnen einer Region an "ihre" Landschaft.


Einbezogen wurden Diskussionen gebräuchlicher Praktiken und Techniken zur Produktion und zum Erhalt räumlich und zeitlich definierter Bindungen. Auch dazu sind mehrere Texte und Vorträge entstanden, präsentiert u.a. im Rahmen des Programms "Stadt 2030".


Die neuen Ergebnisse führten zu einer starken Überarbeitung, Ergänzung und Verdichtung des Rohentwurfes für ein Buch über die landschaftlichen Aspekte der Zwischenstadt, der bereits im letzten Berichtszeitraum entstanden war.


Aufgrund einer sehr kurzfristigen Übernahme einer Professur in Graz, die eine dreimonatige Aussetzung der Förderung zur Folge hatte, für die ich der Stiftung sehr danke, sowie durch die voraussichtlich ab Ende Dezember notwendige Einarbeitung einer neuen Mitarbeiterin, die einen Teil meiner bisherigen Aufgaben übernehmen wird, wird sich die Fertigstellung des Buchmanuskriptes um ca. vier bis fünf Monate verzögern.



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