Konzeptionelle Entwürfe für typische Ausschnitte aus dem Rhein-Main-Raum: Entwurf "gebauter Raum"
Ziel des Teilprojekts an der Bauhaus-Universität Weimar ist es, am Beispiel eines typischen Ausschnitts des Rhein-Main-Gebiets Entwurfsmethoden zur Qualifizierung der Zwischenstadt zu untersuchen. Das Projekt startet mit einer Blickverschiebung: Rückgrat des Beispielraums ist die geplante "Regionaltangente West", die als halbe Ringbahn von Bad Homburg über Eschborn, Frankfurt Höchst, Kelsterbach, den Flughafen Rhein-Main bis nach Neu-Isenburg wichtige Wohn- und Beschäftigungszentren im westlichen Frankfurter Umland verbinden soll. Damit werden genau die Siedlungsbereiche in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt, die heute im Zentrum der dynamischen Entwicklung der Stadtregion stehen, in Politik und Stadtplanung und der entsprechenden Kartierung und Wahrnehmung aber nach wie vor "am Rand" liegen.
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele: In einem ersten Schritt wird versucht, Potenziale und Defizite des Beispielraums aufzuzeigen, seine räumliche Identität zu dekodieren. Der Untersuchungsraum wird dazu mit Hilfe von fotografischen Feldstudien, Befahrungen und Karten- sowie Luftbildanalysen in drei Maßstabsebenen in Form von "gezeichneten Hypothesen" nach seinen Funktionen, Eigenarten und Bedeutungen analysiert und in einer dem besonderen Charakter der Zwischenstadt angemessenen Weise dargestellt. Dabei entsteht ein Atlas einer Neuen Stadt, deren Mitte nicht mehr die alten Zentren, sondern Autobahnen mit angelagerten Wohn-, Gewerbe- und Einkaufsgebieten definieren.
Vor dem Hintergrund eines massiven gesellschaftlichen Strukturwandels sollen auf der Basis dieser interpretierenden Bestandsaufnahme Ansätze für eine Transformation der Zwischenstadt erkannt werden. Ziel des zweiten Schritts ist es, Modelle für eine gestalterische Qualifizierung der Zwischenstadt zu entwickeln.
In exemplarischen Entwurfsszenarien werden diese Qualifikationsmodelle im dritten Schritt schließlich an geeigneten Orten des Beispielraums erprobt und überprüft. Im "Studio Zwischenstadt" werden mit Studierenden der Architektur und der Europäischen Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar Interpretationen, Stehgreife und Entwürfe zu typischen Situationen der Zwischenstadt erarbeitet.
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